Eingeschränkte Reisemobilität

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Reisen mit Handicap eine Herausforderung

Wenn einer eine Reise tut, dann sollte diese auch für Erholung sorgen und so angenehm wie möglich sein. Menschen, die eine eingeschränkte Reisemobilität aufgrund eines Handicaps haben, stehen vor einer großen Herausforderung. Dies gilt auch für Angehörige. Denn nicht alle Reiseverkehrsmittel, nicht jedes Hotel oder jede Urlaubsort kann sich zu recht als behindertengerecht bezeichnen. Reisen mit Handicap ist deshalb so schwer, weil schlichtweg die Gegebenheiten oft völlig unbefriedigend und mangelhaft sind. Da kann schon eine leichte Gehbehinderung zum Hindernis werden, wenn die Stufen im Reisebus extrem hoch sind oder Ab- und Anreisebahnhöfe keinen Aufzug und keine Rolltreppe vorzuweisen haben. Trotzdem dürfen sich Betroffene und Angehörige nicht davon abhalten lassen, eine Reise zu buchen. Mit der richtigen Vorbereitung und guter Planung steht nämlich einem Urlaub nichts im Wege.

Am individuellen Bedarf orientieren

Das wichtigste bei der Reiseplanung ist es, den individuellen Bedarf zu klären und diesen beim Reisen mit Handicap als Maßstab zu legen. Liegt beispielsweise eine eingeschränkte Reisemobilität aufgrund eines benötigten Rollstuhls vor, ist unbedingt Maß zu nehmen. Und zwar am Rollstuhl. Er bestimmt, wie breit in Hotel oder Pension Türen sein müssen, der Abstand vom Bett zur Wand, wie groß Bad und WC sein müssen, wie viele Stufen maximal bewerkstelligt werden können. Welche Ausstattung müssen Bad und WC haben? Auch das Gewicht des Rollstuhls ist entscheidend, da für seinen Transport zum Teil auch nur ein Maximalgewicht zulässig ist. So gelten beispielsweise beim Reisen mit dem IC Bus der Deutschen Bahn AG die Maße von maximal 120 cm x 109 cm x 35 cm und ein zulässiges Höchstgewicht von 25 kg. Auch wenn andere Busunternehmen oder Hotels sich selbst als behindertengerecht ausweisen, ist es unbedingt anzuraten, nach solchen Beschränkungen nachzufragen und sich auch die Maße von wichtigen Türen, Durchgängen und ähnlichem nennen zu lassen. Insbesondere bei Reisen ins Ausland muss man erfragen, was dort unter der Bezeichnung „behindertengerecht“ exakt verstanden werden darf. Dies tut man am besten per Fax oder Mail, damit es schriftlich in der Hand ist und beim Nachmessen vom Rollstuhl abgeglichen werden kann.

Helfende Hände unterwegs und vor Ort

Eingeschränkte Reisemobilität bedeutet meist auch, dass man hier und da gelegentlich helfende Hände gebrauchen kann. Reist man mit Flugzeug, Bahn oder Bus, muss sichergestellt sein, dass man beim Ein-, Um- und Aussteigen entsprechend die benötigte Hilfe zuverlässig gewährt bekommt. In der Regel muss Einstiegshilfe und Ausstiegshilfe vor dem Reiseantritt gebucht werden. Hilfsmittel wie der Rollstuhl muss angemeldet werden. Schließlich müssen die helfenden Hände die entsprechende Hilfe ebenfalls organisieren. Auch medizinische Betreuung oder zumindest einen medizinischen Ansprechpartner für alle Eventualitäten sollte man bereits vor dem Urlaub ausmachen. Angehörige, die beim Reisen mit Handicap erstmals derart begleiten, sollten bei der Urlaubsplanung realistische Vorstellungen haben. Es ist niemand geholfen, wenn man mit einem „Das wird schon klappen!“ an die Urlaubsreise heran geht. Vorbereitend auf die bevorstehende Reise kann man beispielsweise einen Wochenendtrip machen, den Abreisebahnhof erkunden, das Treppen bewerkstelligen üben, falls dies im Urlaub doch notwendig werden sollte. Wer sich noch nicht auf Anhieb in einen richtigen Urlaub traut, kann sein Selbstvertrauen ebenfalls bei kleineren Reisen stärken, Fitness und Routine dabei gleichzeitig ausbauen. Dann steht auch bald einem richtigen Urlaub nichts mehr im Wege. Sie sehen, eingeschränkte Reisemobilität ist zwar eine Einschränkung, durch die man sich jedoch nicht von einem wunderbaren Urlaub abhalten lassen muss.

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