Caorle – Urlaubsort mit Charme

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Eine italienische Kleinstadt im Wandel der Zeit

Es ist gut und gerne 35 Jahre her, als wir erstmals Caorle, ein kleiner Ort an der Adria und bei Venedig, bereisten. Für die Familie der erste Auslandsurlaub und der erste Campingurlaub. Mit einem Steilwandzelt eroberten wir den einstigen Campingplatz D.Ö.R.C.G., der zwischen dem Altstadtkern Caorles und dem Canale Nicesolo lag. Seinerzeit war nicht nur das Reisen selbst, sondern auch die Kleinstadt recht puristisch als Urlaubsziel. Alle zwei bis drei Tage dröhnte ein seniler Lautsprecher über das Campinggelände „Attenzione, Attenzione!“. Der Rest der Ansage unverständlich. Gen 19 Uhr ratterten rustikale, in Rente gekommene Traktoren durch die Wege des Campingplatzes, um den Moscitos in den Pinien den Garaus zu machen. Die Urlauber hatten die Wahl, sich für die folgenden drei Stunden entweder in der Campingbehausung zu verbarrikadieren, an den Strand zu flüchten, oder das zu tun, was man in Caorle tut: sich auf die Fahrräder schwingen und bei rötlicher Abendsonne in die Stadt radeln. Damit man auch sauber und frisch geduscht in die hübsche Kleinstadt an der Adria fahren konnte, empfahl es sich, möglichst zeitig vom Strand gen sanitäre Einrichtungen des Camping-Platzes aufzubrechen. Die letzten beißen bekanntlich die Hunde. Wer zum Duschen zu spät kam, ging leer aus. In dieser Region in Italien herrschte Wasserknappheit. Obwohl dies nicht zwingend nach einem wohlverdienten und erholsamen Urlaub klingen mag, war er es doch. Nicht umsonst zog es uns Jahr für Jahr immer wieder nach Klein-Venedig zum Campingurlaub. Es lockte, was in Deutschland kaum denkbar schien und heute noch nicht ist: Dolce Vita.

Mit der Zeit kommt Moderne

Die sanitären Einrichtungen muteten sehr spartanisch an. Plumpsklo. Die Stromversorgung abenteuerlich. Wasser knapp. Der Campingurlaub gestaltete sich dennoch großartig. Wie die Moscitos wurden auch die Camper alle paar Tage vom Platz vertrieben und es zog einen dann in die Gelateria, bei Bruno ins Ristorante oder zu den einheimischen Fischern am Strand. Kühlen konnte man die Lebensmittel mit großen Eisblöcken, die man im Alimentari, nicht weit vom Campingplatz bekam. Dort gab´s alles, was das Urlauberherz begehrte. San Benedetto und auch die aromatischen Paprikatomaten, von denen man hier bestenfalls träumen kann. Das Wasser in Caorle mal wieder knapp, wurden die Tomaten einfach mit Mineralwasser gewaschen. Im Städtchen sind am Abend die charmanten Italiener mit der Vespa über den Marktplatz gepest, während die hübschen Italienerinnen auf den Gepäckträgern die Sozia mimten. Am Strand zogen die fliegenden Händlern vorbei, die frische Kokosnüsse aufschlugen, Melonen anboten oder echte Goldketten, die man mit etwas Verhandlungsgeschick von 30.000 Lira auf 1.500 Lira runterhandeln konnte. Klein-Venedig hat sich im Laufe der Jahre herausgemacht. Ein wenig moderner, ein wenig mehr touristisch ist die kleine Stadt mit nichtmals 12.000 Einwohner geworden. Wasserknappheit und Plumpsklo gehören längst der Geschichte an. Der Campingurlaub ist fortschrittlich geworden, die schönen Altbauten sind stilgerecht restauriert worden. Geblieben ist das italienische Lebensgefühl, das man als Urlauber an der Adria nicht er- sondern auch leben kann. Die dicht bei Venedig liegenden Hotels an der Strandpromenade in Klein-Venedig, wie Caorle auch genannt wird, haben neue Anstriche erhalten und laden farbenfroh zum Adriaurlaub ein.

Die Schönheit der Kleinstadt

Caorle ist wirklich eine beschauliche italienische Kleinstadt mit immensem Charme. Sicher kann man in die schönen Hotels unterhalb verlaufend zum Stadtkern einkehren, die maximal eine Spuckweite vom Meer entfernt sind. Ein paar Schritte über die Strandpromenade, schon ist man an der Adria. Oberhalb in östliche Richtung gelangt man zu einem schönen Campingplatz, der perfekt für den Campingurlaub mit Familie ist. Man muss weder Zelt noch Wohnwagen besitzen, sondern kann Bungalows und Caravane anmieten, um die Camperfreiheit zu erleben. Für Selbstversorger ist der Alimentari auch heute noch um die Ecke. Wie wir finden, ist dies zum Urlauben der schönste Teil von Klein-Venedig – zumal es bis zur Stadt nicht weit ist und das Auto stehen gelassen werden kann. Südwestlich von Caorle liegt Duna Verde. Seinerzeit war es dort schon mehr auf Touristen zugemünzt, was dem italienischen Dolce Vita etwas abträglich schien. Ein damals schon sehr moderner, großer und fortschrittlicher Campingplatz erlaubte auch den Campingurlaub, jedoch wurden Familien mit Kleinkindern hier oft zur Einhaltung der Ruhezeiten ermahnt. Für viele auch ein Grund, lieber weiter nordöstlich den Urlaub in Caorle unter den Pinienhainen zu verbringen. Ganz in der Nähe, nämlich fußläufig vom Altstadtkern entfernt, ist der Freizeitpark Aquafollie für die Caorleurlauber eine schöne Bereicherung, wo früher nur der Lunapark lockte. Wir könnten Ihnen noch viel mehr vorschwärmen, doch am besten, Sie schauen sich diese wundervolle Region bei Venedig selbst an. Nicht nur Italien, sondern besonders Klein-Venedig ist eine Reise wert. Denn Familien kommen hier an der Adria absolut zu purem Urlaubsvergnügen.

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